Doctor medic Aaron Pfisterer, Kinderarzt und Mitgründer happyhug, Praxis Karlsruhe

Doctor medic Aaron Pfisterer

Kinderarzt · Mitgründer happyhug

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026

Als Kinderarzt gibt es eine Empfehlung die ich jedem Elternteil gebe – ohne Ausnahme, ohne Wenn und Aber: Gebt eurem Baby Vitamin D. Von Geburt an. Täglich.

Das ist die einzige Nahrungsergänzung die die DGKJ universell für alle Säuglinge empfiehlt. Nicht nur für Risikogruppen. Nicht nur im Winter. Für alle.

Was Vitamin D im Körper deines Kindes macht

Vitamin D ist für ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung der Knochen von Kindern erforderlich. Es trägt zur Erhaltung normaler Zähne und einer normalen Muskelfunktion bei und unterstützt eine normale Funktion des Immunsystems. Außerdem ist Vitamin D für die normale Aufnahme und Verwertung von Calcium wichtig – ohne ausreichend Vitamin D kann der Körper Calcium nicht richtig verwerten, selbst wenn genug Calcium über die Ernährung aufgenommen wird.

Gerade in den ersten Lebensjahren ist das besonders relevant: Der Knochenaufbau in dieser Phase legt die Grundlage für das gesamte Skelett.

Das Sonnenlicht-Problem

Die häufigste Gegenfrage die ich bekomme: „Aber mein Kind ist doch draußen – reicht das nicht?"

Die ehrliche Antwort: Meistens nein. Von Oktober bis März liegt die Sonne in Deutschland so flach, dass die UV-B-Strahlung nicht ausreicht um Vitamin D in der Haut zu produzieren. Das sind 6 Monate im Jahr in denen Sonnenlicht für die Vitamin-D-Produktion faktisch irrelevant ist.

Im Sommer ist es theoretisch möglich. Aber dafür braucht es je nach Hauttyp 5 bis 30 Minuten direkte Sonne auf ausreichend Hautfläche – ohne Sonnenschutz. Das ist bei Babys aus gutem Grund nicht empfehlenswert. Und selbst wenn die Bedingungen stimmen: Die Eigenproduktion ist von so vielen Faktoren abhängig – Hauttyp, Bewölkung, Aufenthaltsort, Kleidung – dass sie keine verlässliche Grundlage für die Versorgung im Säuglingsalter ist.

Wie viel Vitamin D braucht mein Kind?

Die DGKJ empfiehlt für Säuglinge ab der zweiten Lebenswoche bis zum zweiten erlebten Frühsommer:

Alter Vitamin D / Tag Tropfen
0–12 Monate 400–500 IE 6
Ab 1 Jahr 600–800 IE Gesamtzufuhr* je nach Bedarf

* Ab dem zweiten Lebensjahr gilt laut DGKJ eine wünschenswerte Gesamtzufuhr von 600–800 IE täglich aus allen Quellen zusammen (Sonne, Ernährung, Supplement). Wie viel davon als Supplement sinnvoll ist, hängt von Jahreszeit und Aufenthalt im Freien ab – das bespreche ich gerne individuell in eurer Kinderarztpraxis.

Quelle: DGKJ-Leitlinie Vitamin-D-Supplementierung, DGE D-A-CH-Referenzwerte

Diese Empfehlung gilt ganzjährig für Säuglinge – auch im Sommer. Die Eigenproduktion durch Sonnenlicht ist in diesem Alter zu unzuverlässig um darauf zu vertrauen.

Warum kein K2?

Eine Frage die ich häufig bekomme: „Sollte das Vitamin D nicht K2 enthalten?"

Meine Antwort als Kinderarzt: Nein – zumindest nicht für Babys und Kleinkinder.

Es gibt keine Studie die zeigt, dass zusätzliches K2 bei Babys einen messbaren Vorteil bringt. Die großen Fachgesellschaften empfehlen für Babys ausschließlich reines Vitamin D ohne K2. Babys nehmen über Muttermilch oder Säuglingsnahrung automatisch genug Vitamin K auf.

Wir haben uns bei happyhug bewusst gegen eine K2-Kombination entschieden – weil es für diese Altersgruppe keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage gibt und wir keine Inhaltsstoffe ohne belegte Notwendigkeit hinzufügen.

Wie wählt man ein gutes Vitamin D Supplement?

Bei der Entwicklung von happyhug Vitamin D war mir wichtig:

Die Form

Cholecalciferol aus Flechten – chemisch identisch mit dem aus Lanolin, aber 100% vegan.

Die Basis

MCT-Öl aus Kokos – Vitamin D ist fettlöslich und wird mit Fett besser aufgenommen.

Die Reinheit

Keine Zusatzstoffe, keine Aromen, keine Konservierungsmittel.

Die Prüfung

Jede Charge unabhängig geprüft durch die GBA Group Hamburg.

Häufige Fragen aus meiner Praxis

Mein Kind geht raus und spielt draußen – braucht es trotzdem Vitamin D?
Von Oktober bis März ja – immer. Im Sommer ist eine Eigenproduktion theoretisch möglich, aber im Säuglingsalter nicht verlässlich zu gewährleisten, weil Babys aus gutem Grund nicht direkter Sonne ausgesetzt werden sollten. Ein Supplement ist die zuverlässigere Absicherung.

Reicht es nicht wenn ich Milch und andere Vitamin-D-reiche Lebensmittel gebe?
Lebensmittel enthalten kaum Vitamin D in relevanter Menge. Fetter Seefisch ist eine Ausnahme – aber den essen die wenigsten Kleinkinder regelmäßig. Über die Ernährung allein ist eine zuverlässige Versorgung praktisch nicht möglich. Das ist auch der Grund warum alle Fachgesellschaften zur Supplementierung raten.

Bis wann soll ich Vitamin D geben?
Die offizielle DGKJ-Empfehlung gilt bis zum zweiten erlebten Frühsommer – je nach Geburtsdatum also zwischen 12 und 18 Monaten. Danach hängt es vom Aufenthalt im Freien, der Jahreszeit und individuellen Faktoren ab. Aus meiner klinischen Erfahrung macht eine Weiterführung in den Wintermonaten auch nach dem zweiten Lebensjahr für viele Kinder Sinn – das sollte aber individuell mit dem Kinderarzt besprochen werden.

Kann ich meinem Kind zu viel Vitamin D geben?
Bei der empfohlenen Dosierung von 400–500 IE täglich für Säuglinge nicht. Die EFSA-Sicherheitsgrenze für Säuglinge liegt bei 1.000 IE täglich – wir bleiben mit unserer Empfehlung weit darunter. Problematisch werden erst sehr hohe Dosen über längere Zeit.

Quellen

Alle Empfehlungen basieren auf den Leitlinien der DGKJ sowie peer-reviewed Studien zur Vitamin-D-Versorgung bei Kindern. Die vollständige Quellenliste findest du auf unserer Studien-Seite.

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