Doctor medic Aaron Pfisterer
Kinderarzt · Mitgründer happyhug
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026
Als Kinderarzt werde ich fast täglich nach Jod gefragt. Meistens von Eltern, die gerade mit der Beikost anfangen und sich fragen: Reicht das, was mein Kind isst wirklich aus? Die ehrliche Antwort ist: Bei den meisten Babys und Kleinkindern in Deutschland – nein.
Was Jod im Körper deines Kindes macht
Jod ist ein essentielles Spurenelement – der Körper kann es nicht selbst herstellen. Er braucht es täglich für die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Diese Hormone sind wichtig für einen normalen Stoffwechsel und normales Wachstum. Jod trägt außerdem zu einer normalen Schilddrüsenfunktion und normaler kognitiver Funktion bei – das sind EU-zugelassene Health Claims, die wissenschaftlich belegt sind.
Das Problem mit der Beikost
In der Klinik erkläre ich Eltern immer dasselbe: Ihr macht alles richtig – und trotzdem kann es sein, dass euer Kind zu wenig Jod bekommt.
Warum? Weil die wichtigste Jodquelle in Deutschland jodiertes Speisesalz ist. Und Babys sollten salzarm essen. Das ist richtig und wichtig – ihre Nieren sind noch nicht reif für große Salzmengen. Aber damit fällt gleichzeitig die verlässlichste Jodquelle weg.
Die anderen Quellen – Seefisch, Milchprodukte – reichen bei den meisten Kleinkindern nicht aus, um den Bedarf vollständig zu decken. Seefisch essen die wenigsten Kleinkinder regelmäßig. Milch liefert etwas Jod, aber selten genug für den gesamten Tagesbedarf. Davon abgesehen sollen Kinder im ersten Lebensjahr keine großen Milchmengen zu sich nehmen.
Wie viel Jod braucht mein Kind?
Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) sind klar:
| Alter | Jod / Tag | Tropfen |
|---|---|---|
| 0–1 Jahr | 60 µg | 2 |
| 1–7 Jahre | 90 µg | 3 |
| 7–13 Jahre | 120 µg | 4 |
| 13–15 Jahre | 150 µg | 5 |
Wann ist ein Supplement sinnvoll?
Aus meiner klinischen Erfahrung empfehle ich ein Jod-Supplement besonders in folgenden Situationen:
- Beim Übergang zur Beikost – die salzarme Ernährung beginnt, die Jodversorgung über Muttermilch oder Säuglingsnahrung nimmt ab.
- Wenn du stillst und selbst wenig Jod aufnimmst – der Jodgehalt der Muttermilch hängt direkt von deiner eigenen Versorgung ab.
- Wenn dein Kind wenig Fisch und Milchprodukte isst – das trifft auf die meisten Kleinkinder zu.
- Bei vegetarischer oder veganer Ernährung – Seefisch als wichtige Jodquelle entfällt.
In allen diesen Fällen kann ein Supplement sinnvoll sein. Im Zweifel bitte mit eurem Kinderarzt besprechen.
Wie wählt man ein gutes Jod-Supplement?
Bei der Entwicklung von happyhug Jod war mir wichtig:
Die Form
Kaliumiodid – natürlich, gut bioverfügbar, direkt aufnehmbar ohne Umwandlung.
Die Dosierung
30 µg pro Tropfen – präzise altersgerechte Dosierung nach DGKJ-Empfehlung.
Die Reinheit
Keine Zusatzstoffe, keine Konservierungsmittel, keine Aromen.
Die Prüfung
Jede Charge unabhängig geprüft durch die GBA Group Hamburg.
Häufige Fragen aus meiner Praxis
Mein Kind bekommt Beikost – warum braucht es trotzdem Jod?
Bei Beikost wird bewusst wenig Salz verwendet – das ist richtig. Aber damit fällt auch eine wichtige Jodquelle weg. Gerade in dieser Phase ist der Jodbedarf hoch und über die Ernährung allein oft nicht vollständig zu decken. Ein Supplement kann hier sinnvoll sein.
Ich stille noch – braucht mein Kind dann trotzdem Jod?
Auch gestillte Babys können von einer zusätzlichen Jodversorgung profitieren, über die Muttermilch kommt zwar Jod an, die Menge hängt aber stark von der Versorgung der Mutter ab. Deshalb supplementieren viele Eltern zusätzlich direkt beim Kind, um die Versorgung sicherzustellen.
Kann man einem Kind zu viel Jod geben?
Bei korrekter Dosierung nach Altersempfehlung nicht. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte vorher mit dem Kinderarzt gesprochen werden. Mit der altersgerechten Menge laut Tabelle bleibt dein Kind im empfohlenen Bereich.
Wir ernähren uns vegetarisch – reicht das Jod aus der Ernährung?
Bei vegetarischer Ernährung ohne Seefisch ist die Jodversorgung meist schwieriger. Milch und Milchprodukte liefern etwas Jod, aber bei Kleinkindern, die wenig davon essen, macht ein Supplement definitiv Sinn. Im Zweifel beim Kinderarzt nachfragen.
Weiterführende Inhalte
Quellen
Alle Empfehlungen basieren auf den Leitlinien der DGKJ und DGE sowie peer-reviewed Studien zur Jodversorgung bei Kindern. Die vollständige Quellenliste findest du auf unserer Studien-Seite.
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